|
|
|
HD-DVD und Blue-Ray: Die Nachfolger der DVD? |
|
|
|
Ein mancher
mag sich noch daran erinnern, als Ende der 70er Jahre ein Formatkampf
entbrannte zwischen dem neu von der Firma JVC auf den Markt gebrachten Format
"Video Home System", bekannt als VHS, und den Konkurrenzformaten
"Betamax" von Sony und "Video 2000" von Grundig. Lange war
die Filmindustrie gezwungen, ihre Produktionen in unterschiedlichen Formaten zu
veröffentlichen.
Technisch
seinen Konkurrenten unterlegen, etablierte sich in den 80er Jahren VHS, vor
allem wegen deutlich geringerer Lizenzgebühren, und nicht zuletzt, weil sich
JVC der Porno-Industrie öffnete.
Zwei
Jahrzehnte lang war in den Haushalten dieser Welt ein VHS-Abspielgerät zu
finden, bis das Format um die Jahrtausendwende herum von der DVD abgelöst
wurde.
Der
Filmindustrie ist es zu verdanken, dass von Beginn an nur ein Format, die DVD,
auf den Markt gebracht wurde, obwohl im Vorstadium die Multimedia CD von
Philips und Sony sowie die Super Density CD von Toshiba und Time Warner in der Entwicklung waren. Auf Druck der
Filmindustrie, die sich nicht wieder mit unterschiedlichen Formaten auseinander
setzten wollte, hatte man sich auf einen Standard geeinigt. Die "Digital
Versatile Disc", kurz DVD, genießt zur Zeit den Status des Marktleaders,
doch mögliche Nachfolger sind schon in Sicht.
Die aber
heute in zahlreichen Haushalten zu findenden HDTV-Fernsehgeräte zeigen der DVD
ihre Grenzen auf. Eine Studie hat ergeben, dass viele HD-User sich von der
Anschaffung eines HDTV-Gerätes eine bessere Tiefenschärfe, und kräftigere
Farben erhofft hatten. Viele der befragten HD-User wurden aber enttäuscht, da
einfach noch zu wenig HD-Produktionen vorhanden waren, um ihnen den Mehrwert
ihres teuer erworbenen Fernsehgeräts aufzuzeigen. Auch die DVD bietet nicht,
wie teilweise angenommen, die Möglichkeit, ein Bild in HD-Qualität
darzustellen. Es wird also Zeit, den technisch fortgeschrittenen Fernsehgeräten
das passende Bildmaterial nachzuliefern.
Als mögliche
Nachfolger der DVD werden zur Zeit die beiden, untereinander völlig
inkompatiblen, Formate Blue-Ray und HD-DVD gehandelt. Im ersten Quartal 2006
kamen die ersten HD-DVD Abspielgeräte auf den japanischen Markt. Ein halbes
Jahr später war die erste deutschsprachige HD-DVD erhältlich. Mittlerweile scheinen
die Kinderkrankheiten beider Formate einigermaßen überwunden zu sein, wenn
gleich auch nicht völlig aus der Welt geschafft. Beispielsweise dauert es je
nach System noch immer zwischen 20 und 40 Sekunden, bis eine Blue-Ray-Disc
abgespielt werden kann.
Filme im
Blue-Ray-Format wandern zur Zeit doppelt so oft über den Ladentisch als HD-DVD
Versionen. Einer der Gründe dafür könnte sein, dass die neue Spielkonsole
Playstation 3 das Blue-Ray-Format unterstützt. Wer also eine Playstation 3
kauft, kommt automatisch in den Genuss, Blue-Ray Filme abspielen zu können. Zum
Vergleich: Sony hat siebenmal so viele Playstation 3 verkauft, wie alle übrigen
Hersteller HD-DVD-Abspielgeräte. Trotzdem führt bei den Filmverkäufen die
Blue-Ray-Technologie nur im Verhältnis 2 zu 1. Mit der Verbreitung günstigerer
HD-DVD-Abspielgeräte wird der Einfluss der teuren Playstation 3 voraussichtlich
abnehmen.
In Sachen
Ton- und Bildqualität sind die Formate von der theoretischen Leistungsfähigkeit
her gesehen nahezu identisch. Lediglich
durch die größere Speicherkapazität einer einzigen Schicht (Single Layer),
bietet Blue-Ray einen theoretischen Vorteil in puncto Bildqualität.
Was für den
Sieg im Kampf um die HD-Vorherrschaft entscheidend sein könnte, ist der so
genannte Regional Code. Wie schon bei der DVD können auch bei der HD-DVD nur
Filme mit dem passenden Regional Code abgespielt werden. Eine in den USA
gekaufte DVD lässt sich also nicht auf einem in Europa gekauften DVD-Player
abspielen. Blue-Ray kennt zur Zeit noch keine Regional Codes und das soll auch
so bleiben. Demnach ist Blue Ray für diejenigen User interessant, die gerne
frühzeitig Filme aus Japan oder anderen Regionen der Welt importieren. Und wenn
man die HD-Community im Moment betrachtet, so scheinen die meisten User eben
dieser speziellen Gruppe von "Technik-Begeisterten" anzugehören.
Otto-Normal-Verbraucher
bleibt vorerst noch bei der herkömmlichen DVD, deren Marktanteil noch immer bei
über 80 Prozent liegt. Analysten gehen übrigens davon aus, dass die beiden Nachfolger-Formate
noch lange koexistieren werden. Der Kunde wird also weiterhin mit der Qual der
Wahl leben müssen.
|
|
|
Aktuelles |
Wasser predigen, Wein trinken? Wir finden es raus! Auf dem Getränkesektor hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Der AFG-Sektor (Alkoholfreie Getränke) ... [mehr]
Welche TV-Sendung von welchem TV-Sender? In einer aktuellen Telefonumfrage unter 300 Fernsehzuschauern im Alter von 18 bis 69 Jahren (Oktober ... [mehr]
|
|
Research Insight |
Radioforschung - nach der ma ist vor der ma Das Monheimer Institut erobert die Welt des Radios
Was macht meinen Radiosender ... [mehr]
Visual Communication Scan (VCS TV) - Neues Testtool für TV Spots Seit Jahrzehnten untersuchen wir die Werbewirkungen u.a. von TV-Spots mit Fragen wie: ... [mehr]
|
Research Insights ist ein Presse- und Informationsdienst
des Monheimer Institutes.
[Zur RI Datenbank]
|
|
Methodenvorstellung |
MICAP Monheimer Institut Computer Aided Positioning Test
Wenn Marken oder Verpackungen im direkten Vergleich miteinander beurteilt werden ... [mehr]
|
|