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Radio aktiv - Artikel aus der W&V PDF Drucken E-Mail
Für junge Menschen ist das Handy zum Radiohören schon heute unverzichtbar

Der Medienkonsum junger Menschen ist eines der Rätsel der Kommunikationsbranche. Lesen die Teenies noch? Sehen sie noch fern? Oder sind sie nur im Web? Zahlreiche Studien versuchen das Mediennutzungsverhalten zu beleuchten, jetzt steuert auch der Hörfunkvermarkter RMS in Zusammenarbeit mit dem Monheimer Institut die Untersuchung "Young Study" bei. Grund: Man wollte wissen, wie es bei den 14- bis 29-Jährigen um die Radionutzung steht.

Für die Hörfunker sind die Ergebnisse erst einmal zufrieden stellend. Radio wird aus den unterschiedlichsten Gründen gehört. Hauptkonkurrent ist der MP3-Player, der aber ganz anders genutzt wird. Hier der Zugang zur Außenwelt, die Impulse durch neue Songs, dort – beim MP3-Konsum – der Rückzug, das Immer-wieder-Hören beliebter Titel.

Ganz wichtig auch: das Web und das Handy. 55 % der Befragten gaben an, in den letzten drei Monaten Web-Radio genutzt zu haben. Und etwa ein Drittel hört Radio über das Handy. "Das haben wir nicht so erwartet", sagt Stefan Preussler, Verkaufsdirektor der RMS. "Das hat uns überrascht."

Weil sich bei der Befragung aber auffällige Unterschiede ergaben, dröselten die Forscher die jungen Menschen in fünf Zielgruppen auf. Sie reichen von den Medienfreaks, die sozial gefestigt mitten im Leben stehen und mit Freude alle Medien nutzen, bis hin zum frustrierten und überforderten "medialen Prekariat". Diese Differenzierung liefert auch Hinweise, wie Radio als Werbemedium ankommt.

Beispiel: Während 58 % der "Multimedialen Markenfreaks" sagen, der Besitz einer Marke verleihe ein "gutes Gefühl", sehen das nur 24 % der "Kritischen Individualisten" so.

Kritiklose Konsumenten sind aber alle nicht. "Junge Menschen", so Wolfgang Schlünzen, Geschäftsführer des Monheimer Institut, "sind viel weniger markenhörig als bislang kolportiert."

Quelle: W&V, Ausgabe 45, Helmut van Rinsum
 
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